└ Chronik
Auf Veranlassung des Waffenhändlers Angelus Müller, Anderlingen, und des Gastwirts Hinrich Müller, Seedorf, fand am 6. September 1937 in der Gastwirtschaft Müller die Gründungsversammlung statt. Das erste Protokoll lautet wie folgt:
>> Erschienen waren über 30 Personen. Als Gast war der Kreisschützenführer, Herr Hey, aus Bremervörde anwesend. Auf die Frage, ob ein Verein gegründet werden soll, stimmten alle zu. Zur Aufnahme im neuen Verein meldeten sich sofort 30 Personen. <<
Damit hatte Seedorf wieder einen Verein, denn in den früheren Jahren bestand schon einmal ein Sportverein mit einer Fußballmannschaft. Präsident des neugegründeten Schützenvereins wurde der damalige Bürgermeister des Ortes, Johann Mügge, sein Stellvertreter wurde der Versteigerer August Krönke aus Selsingen. Ein Schießstand wurde noch im selben Jahr gebaut. Für einen Anfang genügten zwei Stände, die Schießhalle war eine Art Weideschuppen. Geschossen wurde mit 2 alten Karabinern auf 100m. Das Grundstück stellte die Familie Müller (jetzt Goerke/Besselink) mit der Bedingung, das sie es weiter an Tagen, an denen nicht geschossen wurde, als Weide nutzen durfte.
Das erste Schützenfest fand im Sommer 1938 statt und war ein großer Erfolg. Selbst Ältere Leute meinten, das vorher noch nie so viele Menschen in Seedorf gewesen wären. Der erste Schützenkönig des neuen Vereins hieß Johann Hudaff. Gefeiert wurde, wie auch heute noch, im Zelt. Aufgebaut wurde es zwischen der Gastwirtschaft Müller (heute BM Club) und der Bundesstraße. Das zweite Schützenfest wurde im Juli 1939 gefeiert, und Hinrich Junge wurde König. Das war auch für lange Jahre das letzte Fest. Während des Krieges und einige Jahre danach fand ein Schützenfest nicht statt.
Als dann endlich nach 10 Jahren wieder Schützenvereine zugelassen wurden, mussten die Seedorfer Schützen einen ganz neuen Anfang machen. Der Schießstand war verfallen, und die Gewehre waren beschlagnahmt worden. Auch der Präsident hatte sein Amt niedergelegt.. In einer von einigen Mitgliedern einberufenen Versammlung wurde der Handelsvertreter Klaus Michaelis zum neuen Präsidenten gewählt. 1949 fand dann das erste Schützenfest wieder statt. Bis es aber soweit war, gab es noch viele Schwierigkeiten zu überwinden. Wo sollte z.b. geschossen werden und womit? Sämtliche Feuerwaffen waren immer noch verboten, und so konnte nur mit geliehenen Luftgewehren geschossen werden. Im Hof des Vereinswirtes wurde provisorisch ein Schießstand hergerichtet, in dem rundherum Strohballen gestellt wurden. Damit waren die Sicherheitsbestimmungen erfüllt. Aber es gab noch eine Schwierigkeit zu überwinden, es durfte nicht in Formation marschiert werde, und eine Kapelle durfte auch nicht voran gehen. Das Marschieren war wohl verboten, aber nicht das Fahren. Also fuhren wir mit Pferd und Wagen und holten unseren König nach 10-jähriger Amtszeit ab. 4 Jahre wurde noch auf diese Art gefeiert, dann konnte wieder mit Kleinkaliber geschossen werden.

1953 trat der bisherige Präsident Klaus Michaelis von seinem Amt zurück, und sein Nachfolger wurde Landwirt Claus Martens. Schon im ersten Jahr seiner Amtszeit wurde eine Fahne angeschafft.

1954 wurde dann auf einem von der Familie Bars gepachteten Gelände ein neuer Schießstand mit einer soliden Halle gebaut. Dadurch nahm das Schützenwesen in Seedorf einen gewaltigen Aufschwung. Zahlreiche neue Mitglieder ließen sich eintragen, vor allem aber kamen viele Jugendliche hinzu.
Durch fleißiges Training waren unsere Mannschaften bald in der Lage, gute Leistungen zu bringen, welche sie auf vielen Schützenfesten zu gefürchteten, aber gern gesehenen Gästen werden ließen. Die vielen Pokale und Ehrenpreise legen Zeugnis ab von der Treffsicherheit der Seedorfer Schützen. Bei Vergleichschießen auf Kreis-, Bezirks- oder Landesebene waren und sind sie häufig als Sieger zu finden.
Absolute Höhepunkte in der 40-jährigen Vereinsgeschichte waren die Teilnahme von Jugendmannschaften bei den Deutschen Meisterschaften in München und Wiesbaden. 1977 nahmen Ute Dankers, Dirk Keppel und Wilhelm Witthohn an einem Mannschaftswettkampf Teil. Von ca. 30 Mannschaften belegte unsere den 13. Platz. 1979 holte Siegfried Rakowitz im Dreistellungskampf die Silbermedallie, und Ute Dankers wurde 15. in ihrer Klasse.
1977 legte der Präsident Claus Martens sein Amt nach 25-jähriger Tätigkeit nieder, und als Dank für seinen Verdienste wurde er zum Ehrenpräsidenten ernannt. Sein Nachfolger wurde Hinrich Junge. Noch am selben Abend erklärte der neue Vorsitzende, das der bestehende Schießstand für ein vorschriftsmäßiges Schießen auf sportlicher Grundlage nicht mehr ausreichend sei. Er schlug daher vor, eine neue Schießhalle zu bauen. Nach reger Diskussion nahm man den Vorschlag bei 2 Enthaltungen an. Ein glücklicher Umstand war es, das in dieser Zeit ca. 3 Morgen Land zum Verkauf angeboten wurden; so konnte der Verein durch Kauf und Tausch das bisher gepachtete Grundstück käuflich erwerben. Im Sommer 1978 begann man mit dem Bau. In großzügiger Weise stifteten Mitglieder aus Godenstedt, Ohrel, Haaßel und Seedorf das gesamte Bauholz. Sämtliche anfallende Arbeiten wurden unentgeltlich ausgeführt. In etlichen Arbeitsstunden erschuf man ein Bauwerk, welches den modernsten Anforderungen des Schießsports entspricht. Der Kleinkaliber- und Luftgewehrschießstand wurde mit Parkettfußboden ausgelegt, so dass er bei Bedarf als Saal benutzt werden kann. Auf Antrag der Gemeinde wurde auch ein Jugendraum gebaut, womit das ganze Gebäude einschließlich Teeküche, Abstell- und Aufenthaltsraum sowie Toiletten eine stattliche Größe und Ausstattung hat, was vielerorts gelobt wird.
-Fortsetzung folgt!-